#Werbung für eine hohe Frustrationstoleranz und Ausdauer

Da habe ich doch gerade erst ein Loblied auf unsere schöne Natur gesungen, schon wird meine Freude stark ausgebremst.

Schuld daran ist die oben ach so nett anzuschauende, dunkelrotblättrige, mit kleinen hübschen Blüten aufwartende, leider aber sehr nervende Pflanze namens Sauerklee (Oxalis corniculata).

Der Sauerklee liebt Pflasterfugen, Kiesbeete, Ecken und Winkel und schafft es, seine dünnen Pfahlwurzeln so tief in die Erde zu treiben, dass es mir nie gelingt, sie komplett zu entfernen. Er ist zudem ein wahrer Überlebenskünstler. Hitze und Dürre, Kälte und Wasserfluten – nichts kann ihm etwas anhaben. Und zu allem Überfluss bildet er in kleinen Schoten unzählige Samen, die sich beim Aufspringen in weitem Umkreis verbreiten.

Aber in diesem Jahr habe ich ihm den Kampf angesagt!

Ich krabbele herum und krieche umher, ich knie, hocke und sitze an allen möglichen und den unmöglichsten Stellen des Grundstücks und rupfe Sauerklee. Bis der Rücken jammert und die Gelenke schmerzen.

Das sind die Momente, in denen ich gar nicht gut auf die Natur zu sprechen bin. Das gilt auch dann, wenn die Disteln beharrlich immer und immer wieder austreiben oder die Ackerwinde sich im Garten breit macht und alles zu umschlingen droht.

„Einfach zubetonieren und grün anstreichen!“

war die tolle Idee, die neulich in einer kleinen Damenrunde von Knie- und Rückenschmerzen geplagter Gartenbesitzerinnen aufkam. Kichernd entwickelte sich dieser Gedanke weiter. Man könnte doch eine Art „Smartbeton“ erfinden, auf den man per Click blühende Landschaften  projizieren kann. Oder die jeweiligen Lieblingspflanzen in verschiedenen Farben. Oder einen kleinen japanischen Zen-Garten. Oder…oder…oder…

Wir hatten großen Spaß und danach ging es mir richtig gut!

Ich ging nach Hause.

Sauerklee rupfen.