Refugium-Blau

vom Leben einer jungen Alten

Monat: Oktober 2017 (Seite 2 von 2)

Der Welt den Mittelfinger…

Vor einigen Tagen bin ich mit dem Bus gefahren. Es war schon etwas später und nicht sehr voll. Auf der Sitzbank nebenan, über den Gang hinweg, saß am Fenster ein Mann, mittelalt, mittelgroß, unscheinbar gekleidet. Er schaute intensiv aus dem Fenster.

Was allerdings wirklich auffiel, war seine rechte Hand. Den Arm angewinkelt, die Hand hocherhoben, mit leuchtend weißem Verband, scheinbar recht frisch gewickelt, zog diese Hand unweigerlich die Blicke auf sich. Gelenk und Handrücken waren verbunden, vier Finger waren frei. Doch stolz ragte sein weiß bandagierter, mit einer Schiene stabilisierter Mittelfinger ich die Höhe. Ein eindrucksvolles Bild! Völlig ohne Arg zeigte dieser Mann seiner Umwelt den „Stinkefinger“.

Um es gleich zu sagen: Es war ein Arbeitsunfall. Als ich seinen Blick erhaschen konnte und mitleidig fragte, was denn passiert sei, erzählte der Mann mir ausführlich von seinem Unfall, wie er jetzt zur Untätigkeit verdammt sei, vom langwierigen Heilungsprozess. Armer Kerl.

Aber der Film in meinem Kopf!

Vor meinem geistigen Auge lief ab, wie toll und befreiend es doch sein könnte, sich einfach mal selbst einen solchen Verband zu wickeln, in die Welt zu gehen und ihr ungeniert den Mittelfinger zu zeigen. All der Zorn, der manchmal in einem brodelt, alle Wut, die sich vielleicht mal aufstaut, alle Verletzungen und unangenehmen Gefühle, die wir nicht raus lassen können, weil wir nicht wissen wo und bei wem, würden wir so los werden. So wie „in den Raum gestellt“ einfach „in die Welt“ gebracht.

Ein wunderbarer Gedanke!

Natürlich würde ich so etwas nie tun.

Aber der Gedanke!!!

Des Sommers letzte Rosen

Nun weiß man erst, was Rosenknospe sei,
Jetzt, da die Rosenzeit vorbei;
Ein Spätling noch am Stocke glänzt
und ganz allein die Blumenwelt ergänzt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

 

Okay, die letzten Rosen sind es vielleicht noch nicht. Aber – sind sie nicht wunderschön?

Na gut, bei näherer Betrachtung sieht man braune Flecken auf Blättern und Blüten, etwas Rost an den Ästchen. Die Blütenblätter sind auch nicht mehr so ganz straff und knackig, eigentlich sogar schon ein klein wenig welk und schrumpelig. Nein, so ganz taufrisch ist sie nicht mehr. Aber doch richtig schön!

Woran erinnert mich das nur??

Bis bald ihr lieben Herbstrosen in Stadt und Land!

Einigkeit und Recht und Freiheit

3. Oktober – Tag der deutschen Einheit

In Mainz ist heute aus diesem Anlass die große Feier und der Dom hat sich mit Fähnchen geschmückt. Viel Unruhe war im Vorfeld bereits zu spüren, viel Gemurre zu hören. Ich gestehe, auch ein bisschen von mir.

Gestern war ich auf dem Bürgerfest, das zu diesem Anlass ausgerichtet wird.

UND –

Es war schön!  Es war beeindruckend zu sehen was hier präsentiert wird. Diese bunte Vielfalt, die unser Land ausmacht. Natürlich gab es eine hohe Präsenz von Politik und Staatsmacht. Was aber die Atmosphäre geprägt hat waren die Menschen, die Besucher, die freundlich grüßten, sich geduldig und ohne Gedränge bei den Sicherheitskontrollen, an Essensständen und bei Musikdarbietungen anstellten. Diese lockere Stimmung war es, die mir so sehr gefallen hat!

Es ist natürlich auch eine Feier der Wiedervereinigung. Ich habe einen Film gesehen, der mir innerhalb einer halben Stunde wieder bewusst gemacht hat, welch großer Schritt da gelungen ist seit 1989. Und ich war bewegt und tatsächlich ein bisschen stolz. Und jeder, der mich kennt, weiß, das hat überhaupt nichts mit Nationaltümelei zu tun. Das haben wir geschafft!

Warum tun wir uns jetzt so schwer andere Herausforderungen zu schaffen?

Ich wünsche allen einen wunderschönen goldenen Einheitstag, was immer ihr tut und wo immer ihr seid!

Warum eigentlich blau?

Wer kennt sie nicht – die blaue Stunde, Übergang von Tag zur Nacht? Oder das blaue Band, das den ersten Frühlingshauch zu uns bringt, aber auch  freundschaftliche Bindungen stärkt. Die blaue Blume, die Symbol für die stete Sehnsucht des Romantikers ist. Die Blue Notes, die einer  Melodie oft erst ihren melancholischen Bluescharakter verleihen.

Keine andere Farbe steht so sehr für Sehnsucht, Treue, für Ruhe, Frieden, Harmonie und Zufriedenheit.

Es gibt himmelblau, lichtblau, mittelblau, azurblau, graublau, dunkelblau, nachtblau und das ließe sich noch fortsetzen.

Aber man kann auch sein blaues Wunder erleben, einen blauen Montag machen und nach reichlich Alkoholgenuss „blau“ sein.

Genau diese Vielfalt und all die verschiedenen Facetten sind Antwort genug.

Jetzt geht’s los

 

Lange bin ich damit „schwanger“ gegangen, jetzt ist es soweit:

Refugiumblau  geht an den Start!

Mein Refugium soll ein Wohlfühlort werden. Ein Ort an dem ich lachen und weinen kann, sorgenvolle und schöne Momente leben kann, mich fallen lassen kann und aber auch wieder aufrichten, an dem ich ganz Ich sein darf.

Das gilt für Räume, in denen ich mich gerne aufhalte, genauso wie für mein Leben. Und jeder Mensch,  der genau so wie ich schon über einige Lebenserfahrung verfügt, weiß dass dies nicht einfach ist. Aber wir wissen auch: unser persönliches Refugium müssen wir uns selbst schaffen und oft schaffen wir es auch! Manchmal aber auch nicht. Mir hilft dann der Austausch mit lieben Menschen in meinem Umfeld, ab und an aber auch mit Menschen, denen ich nur für einige Momente begegne.

Deshalb meine Bitte an euch: Geht mit mir gemeinsam diesen Weg!

Unterstützt mich, liked und shared meinen Blog, gebt mir Anregungen, beteiligt euch mit Kommentaren und teilt euch mit damit nicht nur mein persönliches sondern ein Refugium für Viele entsteht.

Neuere Beiträge »

© 2019 Refugium-Blau

Theme von Anders NorénHoch ↑