Refugium-Blau

vom Leben einer jungen Alten

Monat: Oktober 2017 (Seite 1 von 2)

„Rumms“

Vor einigen Jahren, ich hielt damals noch Ausschau nach einem neuen Liebesglück, erzählte mir eine liebe Freundin von ihrer Tante. Diese, zum Zeitpunkt des Ereignisses 72 Jahre alt und alleinstehend, habe ihr spätes Glück so gefunden:

Ihr Auto wurde auf dem Parkplatz eines Supermarkts von einem ebenso betagten Herrn beim Ausparken übersehen, es kam zu einer Kollision. So lernten die beiden sich kennen und es wurde mehr daraus.

Für mich wurde danach zu einer Art „Running Gag“, die Frage, ob ich einen neuen Herzensmann gefunden habe, so zu beantworten: Runde um Runde drehe ich mit meinem Auto über den Supermarktparkplatz – aber weit und breit ist kein Herr zu finden, der mich anfahren will!

Bis zum vergangenen Donnerstag!

Ich war im Begriff das Parkhaus zu verlassen, als die voranfahrenden Autos ins Stocken gerieten und ich anhalten musste. Ich wartete geduldig und registrierte irgendwann aus den Augenwinkeln, dass das neben mir an der Seite parkende Fahrzeug langsam zurückstieß und sich, wie in Zeitlupe, unausweichlich auf mich zu bewegte. Warum, um Himmels Willen, finde ich solch einem Augenblick nie die Hupe??

Es machte „Rumms!“ und es war passiert!

Jetzt endlich!!!   –   Nur: Mein Herz war wieder vergeben und ich war absolut nicht auf der Suche nach einem Mann.

Herr B. wunderte sich sicherlich, dass ich zwar schimpfend wegen der anstehenden Ärgernisse jedoch auch mit einem unverkennbaren Schmunzeln aus dem Auto stieg.

Ich liebe den Mainzer Wochenmarkt

Ein Fotostar auf dem Wochenmarkt:

     

Bei diesem Anblick sieht mein geistiges Auge gleich dieses Menü:

   Feines Kürbissüppchen

 

 

 

 

Frischer Rotkohl mit Kartoffelstampf

und rosa bebratener Entenbrust

 

 

 

  Birnencrumble

Das Objekt meiner Begierde

Das ist es: Das Objekt meiner Begierde!

Meinen Traum kennt ihr ja schon: Einen Treffpunkt für junge Alte möchte ich aufbauen. So weit – so klar!

Aber wie nur?  Und wo denn?  Und überhaupt…

In einem Café oder einem öffentlichen Gebäude? Das entspricht nicht meinen Vorstellungen. Es soll ein Ort sein, an dem ich walten und gestalten kann, den ich zu einem wahren Wohlfühlort, einem Refugium, machen kann.

Im Sommer habe ich diesen Ort entdeckt!

Nicht weit von meinem Zuhause entfernt, in einem alten Backsteinhaus. Und ich liebe Backsteinhäuser! Sie strahlen Gemütlichkeit, Behaglichkeit und Wärme aus. Der kleine Laden stand mal wieder leer. Mein Besichtigungstermin war schon kurze Zeit später.

„Ja!!!“, sagte voller Inbrunst mein Bauch.

Kennt ihr das? Ihr betretet einen Raum oder befindet euch in einer Situation und spürt genau, dass hier eure Träume, Wünsche und Vorstellungen verwirklicht werden können. Genau so war das und tausend Ideen strömten durch meinen Kopf…

14Tage hatte ich Zeit für eine Entscheidung.

…und dann habe ich kalte Füße bekommen und abgesagt.

Und plötzlich ist der Herbst da…

Wenn es draußen so richtig ungemütlich ist, der Himmel grau und wolkenverhangen, die Luft nieselregenfeucht und klamm, dann ist es so richtig schön, wenn ich es mir zuhause gemütlich mache.

Dazu gehören unbedingt Kerzen, Blumen, lecker Essen und guter Wein.

Heute: Freilandrosen und Pompondahlien. Wahre Schönheiten!

 

Meine neueste Entdeckung:

Kürbispizza

1 Packung frischer Blech Pizzateig, 1 kleiner Hokkaidokürbis, rote Zwiebeln,

Ziegenfrischkäse, Thymian, Olivenöl, Salz, Kräutersalz, Pfeffer, Honig

 

-Kürbis (Menge nach Bedarf) in dünne Spalten schneiden und mit Kräutersalz, Pfeffer und Olivenöl marinieren.

– Schmand würzen und Teig damit bestreichen.

– Den Pizzateig auf einem Blech mit Backpapier ausrollen.

– Kürbisspalten und in dünne Ringe geschnittene Zwiebeln großzügig darauf   verteilen.

– Ziegenfrischkäse in kleinen Flocken darauf geben und mit etwas Honig beträufeln.

– Mit gezupftem Thymian bestreuen.

– Olivenöl darüber geben.

 

Dazu gibt es einen Wein von meiner allerliebsten Lieblingswinzerin aus Hechtsheim.

Hmmm! Geht schnell und schmeckt lecker!

Goldener Oktober

Das ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!

Die Luft ist still, als atmete man kaum.

Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,

die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

 

 Christian Friedrich Hebbel   (1813-1863)

Ich habe einen Traum

Meinen Beruf habe ich gerne ausgeübt. Gut, nicht alles hat mir wirklich Spaß gemacht, besonders wenn es um die Umsetzung ungeliebter Vorschriften und um lästige Schreibtischarbeiten ging. Die Arbeit mit den Kindern und der Kontakt zu den Menschen habe ich geliebt!

Und das fehlt mir jetzt. Manchmal sogar sehr!

Als meine Kinder klein waren habe ich einen Mutter-Kind-Treff gegründet. Einmal in der Woche traf sich unsere kleine Gruppe und tauschte sich aus über unruhige Nächte, zahnende und sabbernde Zwerge mit Verdauungsproblemen und Trotzanfällen und über wunderschöne Glücksmomente, die man nur mit Kindern erleben kann. Nach unseren Treffen ging es  uns allen besser, wir wussten:

Wir sind nicht allein!

Das ist schon sehr lange her.

Heute bin ich in einer völlig anderen Lebensphase. Das Berufsleben liegt hinter mir, und das ist auch gut so. Trotzdem bin ich unruhig. Fühle mich nicht ausgelastet, möchte noch etwas bewegen. Ich kann eine Weile gut alleine sein, dann aber brauche ich Austausch, Anregungen und neuen Input.

Warum also nicht wieder einen Treff gründen?? Eine Möglichkeit, mit Gleichgesinnten zusammen zu kommen. Reden, lachen, „die Welt verbessern“, träumen, spinnen, gemeinsame Aktivitäten planen und einige davon auch realisieren. Und wissen:

Wir sind nicht allein!

Bäume

 

Bäume sind Gedichte,

die die Erde in den Himmel schreibt.

 

Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier,

um unsere Leere darauf auszudrücken.

 

Khalil Gibran (1883-1931)

Sehr zu empfehlen…

„Schloss aus Glas“, den autobiographischen Roman, den die New Yorker Journalistin Jeannette Walls 2005 veröffentliche, habe ich schon vor einigen Jahren gelesen. Das Buch erzählt die Geschichte einer Kindheit  in Armut und voller Entbehrungen, die die Autorin und ihre drei Geschwister erleben mussten. Der Vater, ein alkoholkranker Lebenskünstler, und die Mutter, eine weltentrückte Künstlerin, vertraten die Ansicht, dass nur ein schonungslos hartes Leben ihre Kinder das Leben lehrt. Ich war  sehr betroffen, oft fassungslos, manchmal wütend auf diese Eltern. War teilweise aber auch fasziniert von den fast schon philosophischen Gedanken und Träumen des Vaters, der es damit immer wieder schaffte, die Menschen in seiner Umgebung in seinen Bann zu ziehen. Um sie dann im Alkoholrausch wieder von sich zu stoßen.

Das Buch war so voll Emotionalität, ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie man dies in einen Film transportieren könnte.

Ich wollte ihn mir überhaupt nicht anschauen. Habe es aber dann doch getan.

Und wie bin ich froh darüber!

Der Film ist absolut sehenswert und sehr zu empfehlen!!!

shades of grey

7.15 Uhr

Der Blick aus dem Fenster zeigt grau. Ein nasses, schweres dunkelgrau. Wieder zurück ins Bett und die Decke über den Kopf ziehen wäre eine Option!

 

 

9.36 Uhr

Ein wenig lichter ist er schon geworden, der Himmel. Aber immer noch fallen dichte Regenfäden herab.

Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass auch im Kopf trübe Gedanken ihren Platz finden. Gestern war ich bei der Beerdigung einer lieben Freundin vergangener Tage. Vor vielen Jahren, gleichaltrig, in ähnlicher Lebensphase mit junger Familie, neu im Ort und interessiert an neuen Bekanntschaften, waren wir nahe Weggefährtinnen. Dann hat das Leben uns auf verschiedene Bahnen gelenkt, nur ab und an haben wir uns kurz gesehen, uns dann aber immer wieder sehr über das Zusammentreffen gefreut. Und jetzt muss man Abschied nehmen, weil sie den Kampf gegen die tückische Krankheit Krebs nicht geschafft hat.

 

10.28 Uhr

Am Himmel ist ein blauer Lichtblick zu sehen!

Regenwetter hat natürlich auch Vorteile. Man könnte den Keller aufräumen, den Schrank ausmisten, die Küchenschublade neu sortieren…

Man kann sich aber auch mit einem Buch auf die Couch legen. Oder aber telefonieren, bei Regenwetter sind viele vielbeschäftigte Mädels zuhause erreichbar!

Und noch ein Lichtblick: Am Wochenende soll es wunderschön werden!

Schau mal, was im Verborgenen blüht

 

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